Der Tennisellenbogen (Tennisarm, Epicondylitis humeri radialis) ist eine überlastungsbedingte Reizung des Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerstreckmuskeln an der Außenseite des Ellenbogens.
Er zeigt sich oft durch:
Die wichtigste Therapie besteht darin, den betroffenen Arm konsequent zu schonen und Schmerzen strikt zu meiden. Das bedeutet: Sportpause.
In schweren Fällen veranlasst der Arzt eine zusätzliche Ruhigstellung, indem er eine Unterarmschiene mit Einschluss von Handgelenk und Fingern anlegt. Als Alternative bietet sich eine vorgefertigte Epicondylitisbandage an; dabei handelt es sich um eine Manschette, die den ellenbogennahen Unterarm umfasst.
Zusätzlich verordnet der Arzt meist entzündungshemmende Medikamente, üblicherweise in Form von Salben (z.B. Diclofenac in Voltaren®). Eine sehr gute Wirkung zeigt auch das Einspritzen von Kortisonpräparaten, bei Bedarf gemischt mit lokalen Betäubungsmitteln (z.B. Lidocain) direkt in den Bereich des betroffenen Sehnenansatzes. Als weitere Behandlungsmöglichkeiten empfehlen sich physikalische Verfahren wie Quermassage der Handgelenksmuskulatur (Querfriktion) oder Dehnung der betroffenen Muskeln.
Falls die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht abklingen oder nach kurzer Zeit wiederkehren, ist eine Operation in Betracht zu ziehen, jedoch frühestens nach einem Jahr konsequenter, konservativer Therapie. Bei der am häufigsten durchgeführten Operation nach Wilhelm kerbt der Arzt die betroffenen Sehnen nahe ihrem Ansatz ein und unterbricht oder verödet die schmerzleitenden Nervenfasern rund um den Sehnenansatz. Eine Variante stellt die minimal-invasive Tenomyotomie dar.
Die Erkrankung heilt fast immer folgenlos. Bis zum vollständigen Abklingen der Beschwerden vergehen aber manchmal mehrere Monate.
Testen Sie aus, ob Ihrem schmerzenden Ellenbogen eher Kälte oder Wärme guttut. Oft zeigt bei akuten Schmerzen Kälte eine bessere Wirkung, bei chronischen Beschwerden dagegen Wärme.
Komplementärmedizin/ Pflanzenheilkunde: Bei starken Schmerzzuständen von Sehnen-, Bändern- und Muskelansätzen soll die Einnahme von Johanniskraut (z.B. Helarium® 425) helfen, das normalerweise bei vorübergehenden depressiven Verstimmungen verordnet wird.
Weitere häufig eingesetzte Phytopharmaka sind Präparate mit Arnika (z.B. arnica-loges® Gel oder Hyzum N® Tinktur) oder Kombinationspräparate aus ätherischen Ölen wie Bergamotte-, Lavendel-, Orangen- und Zitronenöl zum Einreiben (z.B. enthalten in Pin-Alcol® Lösung); ihre Wirkung ist jedoch schwächer als die der synthetischen Schmerzmittel.
Akupunktur: Der Tennisellenbogen gehört zu den Indikationen, für die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Behandlung mit Akupunktur empfiehlt.
Homöopathie: Die Homöopathie empfiehlt u.a. Acidum fluoricum oder Bryonia zur Linderung der Beschwerden. Epicondylitisbandage Prophylaktisch in Arbeit und Sport bei riskanten Bewegungsabläufen getragen, schützt sie in begrenztem Umfang oft vor einem erneuten Auftreten der Erkrankung. Bei Risikosportarten wie Tennis, Squash, Golf oder Wurfsport sind neben einer korrekten Technik insbesondere ein langsamer Trainingsaufbau und eine ausreichende Aufwärmphase vorbeugend wirksam. Tennisspieler profitieren manchmal davon, ihren gewohnten Schläger gegen einen flexibleren und weniger kopflastigen auszutauschen.
Quelle: Dr. med. Michael Bedall, © Gesundheit heute, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH